Absender: Doris  Raff (C00693)
Erstellungsort: Wiesbaden
Empfänger: Hans von  Bülow (C00114)
Datierung: 25. November 1874 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana IX, Bülow, Hans von Nr. 1
Umfang: 4 Seiten
Material: Papier
Incipit: Lieber, verehrter Freund!
Wundern sollte ich mich über Ihren Brief?
Veröffentlichung: Kannenberg 2020.

Widerspricht der Aussage des E.s, dass nur Frau Laussot das Herzensbedürfnis habe, vom E. brieflich zu hören. Wünscht, dass der E. ihre Freude über den Erfolg der "Lenore" gesehen hätte. Raff habe die frohe Nachricht als Willkommensgruss erhalten, da er erst seit ein paar Tagen von seiner Reise zurückgekommen sei. Nach dem erquicklichen "Waldesrauschen" in München habe dieser in Dresden das Cellokonzert zweimal und "Lenore" gehört, dann habe er in Weimar ein Raff-Konzert dirigiert: Bachs Chaconne, von Raff für Orchester gesetzt, Lieder, gesungen von Dotter [aus op. 98 und op. 173], das Klavierkonzert, gespielt von Lassen und zum Schluss die Sechste Symphonie. Letztere sei vor drei Wochen von der Königlichen Kapelle in Berlin zuerst gespielt worden und habe selbst in die Geheimeräte freudige Beweglichkeit gebracht. Die Kritik, die in seltener Einigkeit den "bewundernswerthen Contrapunkt" lobe, mache ihrem Mann einen tiefen Kratzfuss. Raff habe sich nun nach dreiwöchentlichem Fasten mit Heisshunger auf eine neue Partitur [wohl WoO 41] geworfen. Helene beschäftige sich mit Politik und erkläre Gortschakoffs Besuch in Berlin also Bemühen des Zars, sich nicht mehr als Verbündeter von Don Carlos blamieren zu wollen. Habe viele Proben und Vorstellungen und wisse daher nicht, ob sie Alexa bald sehen werde.


Zitiervorschlag: Raff, Doris: Brief an Hans von Bülow (25. 11. 1874); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A02315, abgerufen am 2. 12. 2021.