Absender: Joachim  Raff (C00695)
Erstellungsort: Wiesbaden
Empfänger: [Carl Friedrich Ludwig] Gurckhaus (C00326)
Verlag Kistner (D00020)
Datierung: 7. Oktober 1866 (Quelle)
Standort: Goethe- und Schiller-Archiv / Klassik Stiftung Weimar (Weimar)
Signatur: GSA 59/107,1
Umfang: 3 Seiten
Material: Papier
Schreibmittel: [Kopie]
Incipit: Lieber Herr Gurckhaus!
Längst hatte ich Ihnen schreiben wollen

Habe den Krieg "im demselben Masse genossen, wie Sie". Berichtet vom Tod des Schwiegervaters Eduard Genasts. Sei seit März nicht fortgekommen und konnte daher auch die Festouvertüre op. 117 in Stuttgart, Brüssel, Amsterdam und Rostock nicht besuchen. Sei fleissig gewesen. Habe den Psalm "De Profundis" op. 141 und seine Zweite Symphonie op. 140 vollendet, "ein bedeutender Fortschritt über meine bisherigen Leistungen hinaus". Bietet eines davon dem E. an, Schott werde das andere herausgeben. Wolle sich die Symphonie im Winter vorspielen lassen und sie im kommenden Sommer ediert sehen. Der E. habe ihn gebeten, einen Zyklus von Klavierstücken zu schreiben, die den Umfang der kleinen Stücke haben, aber für grosse Hände. Habe einen Zyklus von 6 Stücken geschrieben: "Vom Rhein" op. 134: 1. Gruss an den Rhein. 2. Kahnfahrt. 3. Trutzlied. 4. Loreley. 5. Burgsage. 6. Winzerfest (Lied und Reigen). Will diese in sechs Einzelheften herausgegeben sehen. Habe für den Mittelteil von "Loreley" das Loreleilied von Silcher verwendet. Honorarforderung: 20 Friedrichs d'or. Habe kürzlich einen Brief vom Schwager des E.s, Dessoff, erhalten, der die Aufführung der Suite C-Dur op. 101 ankündige. Habe bereits zwei Sätze zu dessen Nachfolger, einer Suite in e-Moll [wahrscheinlich WoO 35, "Italienische"]. "Da meine Production sehr grosse Dimensionen annimmt, so bedarf ich natürlich der Kräfte aller meiner Verleger, habe aber - wie ich hoffe - leidliche Chancen, durchzudringen."


Zitiervorschlag: Raff, Joachim: Brief an Carl Friedrich Ludwig Gurckhaus (7. 10. 1866); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A00464, abgerufen am 21. 9. 2021.