Absender: Hans von Bülow (C00114)
Erstellungsort: München
Empfänger: Joachim Raff (C00695)
Datierung: 13. 7. 1865 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana I, Bülow, Hans von Nr. 62
Umfang: 4 Seiten
Material: Papier



Zitiervorschlag:
Bülow, Hans von: Brief an Joachim Raff (13. 7. 1865); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A00455, abgerufen am 25. 9. 2020

Regeste: Habe Informationen zum Musikfest in Pesth (15.-20. August) erhalten. Teilt dem E. (als Sekretär Barths) mit, dass er auf den Auftritt in Wiesbaden am 18.8. verzichten müsse. Würde im September kommen oder sich durch seine Schülerin Alide Topp vertreten lassen. Mit dem gestrigen Abend sei die Wagner-Saison beendet. Auf Befehl des Königs gab es ein geheimes Konzert im Residenztheater mit Teilen aus "Rheingold", "Siegfried", sieghaft gesungen von Schnorr, "Walküre", "Meistersinger". Vierte "Tristan"-Aufführung besonders gelungen, am 9. Juli "Holländer". Schnorrs reisen heute nach Dresden zurück. Vom Konservatorium schweige die Historie. Dirigiere die Werke, obwohl der Komponist und der Generalmusikdirektor Lachner anwesend seien. Würde gerne die Odeonskonzerte an sich reissen. Im ersten käme die op. 101 zur Aufführung, dann die Vaterlandssinfonie op. 96. Ein Dresdner Musikkorps kündigt eine Aufführung während des Sängerfests pomphaft an. Sei gierig auf eine gute Aufführung des Quintetts op. 107, "Krone deiner Kammermusikarbeiten". Grüsse von Frau zu Frau, die sich nebst Tochter hoffentlich gut befinde. Habe dies von Wüllner und Perfall, die den E. auf dem Mainzer Musikfest gesehen haben. Fragt, ob der E. ein Mittel habe, die Schotts zum Antworten zu bringen. Wagner erhalte keine Exemplare des "Huldigungsmarsches", bringen infame Artikel über den "Tristan" in ihrem Blatte.