Absender: Hans von  Bülow (C00114)
Erstellungsort: Paris
Empfänger: Joachim  Raff (C00695)
Datierung: 18. Februar 1861 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana I, Bülow, Hans von Nr. 31
Umfang: 4 Seiten
Material: Papier
Incipit: Verehrter freund,
nimm mir meine Unmanierlichkeit nicht übel, Dir noch nicht gedankt zu haben
Veröffentlichung: Bülow 1895 III, S. 381ff.; Kannenberg 2020.

Bedankt sich für Sendung von Mütze und Schlüssel, die er bei Rückkehr von Zürich nach Basel vorgefunden habe. Der E. werde durch Hug sein "gewaschenes Darlehn nebst dem Manuscripte für Schotts" erhalten haben. Kündigt erste Aufführung des "Tannhäuser" am 25. [Febr. 1861] an. Berichtet von der professionellen Probenarbeit in Paris und Wagners Anpassungen in der Partitur. Habe von Tedesco gelernt, dass eine Sängerin lumpig sei, wenn sie die Partie der Isolde nicht bewältige. Marie Sass als Elisabeth sei glänzend. Wolle anfangs März wieder abreisen, weil das Leben in Paris teuer sei, am 4. oder 5. in Karlsruhe sein und nachher nach Mainz gehen (könnte am 6. oder 7. Liszts Klavierkonzert vortragen). Zeigt sich zwar dankbar, wenn der E. ihm Konzerte vermittelt, aber es sei ihm auch gleichgültig, wenn dieser keinen Druck auf Marpurg und Co. in Mainz mache. Möchte auf der Reise auch in Wiesbaden beim E. vorbeischauen, um "das Museum der neuen Partituren" anzuschauen. Habe Armingaud, dem das Quartett op. 77 zugestellt wurde, noch nicht gesehen. Habe in Basel für die Schwägerin des E.s in die Ventilposaune geblasen. Das Publikum in Basel (10. Februar) sei merkwürdig. Habe noch nie einen solchen Fanatismus gesehen. Hervorruf nach Mozart-Sonate. Will aber nicht, dass der E. dies in den "Signalen" schreibe. Habe in Basel mit Beethovens op. 111 debütiert. Ein "Basler Oulibischeff" meinte, dass ihn die Verrücktheit des Königs von Preussen nicht mehr wundere, wenn dieser einen Hofpianisten habe, der solches Zeugs spielt. Nachher Weiterreise nach Zürich in Begleitung von zwei Basler "Mirèssen". Konzertisten von auswärts: Schulhoff und Josef Wienawski ohne sehr sonderlichen Success. Der Erfolg von "Tannhäuser" wisse Gott oder Napoleon. Grüsse an die Frau.



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Zitiervorschlag: Bülow, Hans von: Brief an Joachim Raff (18. 2. 1861); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A00413, abgerufen am 22. 9. 2021.