Absender: Hans von  Bülow (C00114)
Erstellungsort: Berlin
Empfänger: Joachim  Raff (C00695)
Datierung: 12. Dezember 1860 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana I, Bülow, Hans von Nr. 28
Umfang: 4 Seiten
Material: Papier
Incipit: Verehrter freund,
ich hätte Dir Manches zu schreiben: ich kann aber nur Weniges davon für heute „erledigen“
Veröffentlichung: Bülow 1895 III, S. 375f.; Marty 2014, S. 218f.; Kannenberg 2020.

Habe sich, nachdem er die überarbeitete Fassung der "Romanze" [aus op. 72] erhalten habe, doch für die Originalfassung entschieden. Seine Frau schwärme für die ganze Suite, besonders die "ächtfranzösische Eleganz" des Menuetts. In die "Signale" schreibe Judas-sohn, das Tageblatt (Gleich) habe sich anständiger ausgepresst. Ein Hauptkollaborant der "Neuen Zeitschrift für Musik" habe sich mit Jadassohn eingelassen, der durch bisher massvoll gehaltene Euterpe-Referate in den "Signalen" bestochen habe und lobe nun dessen miserables Trio in der gleichen Ausgabe mit den Infamien über Liszt und den E. "in Senff". Bittet, beiliegende Programme Schotts zu zeigen, damit diese sehen, dass er die von ihnen publizierten Werke Liszts in Berlin nicht vernachlässige. Dieser verzichte auf ein Honorar für das zweite Klavierkonzert, es müsse aber (wie das erste bei Haslinger) in Partitur erscheinen. Honorarforderung Liszts für "Venezia e Napoli". Bittet, zu sorgen, dass das "Tannhäuserduo" vom A. und Singer bei der Aufführung in Paris in allen Handlungen vorrätig sei. Habe das Stück im letzten Winter mit Armingaud gespielt, daraufhin habe Flaxland sechs Exemplare davon verkauft. Habe Armingaud dem Wunsch des E.s bezüglich des Quartetts [op. 77] entsprechend geschrieben und durch Heda [Julius Schuberth] expedieren lassen. Schlägt dem E. vor, übliches Honorar von Friedländer zu fordern. Schuberth habe wohl aus Leipzig berichtet. Damrosch und der Schreiber haben ihre Sache ganz leidlich gemacht. Im Laufe des Winters werde in Kopenhagen in Gades Konzerten die "Liebesfee" [op. 67] gespielt. Ein dänischer Schüler habe ihm das Programm gezeigt. Empfehlungen an die Gattin. Kündigt Besuch Mitte Januar an. Grüsse von seiner Frau.



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Zitiervorschlag: Bülow, Hans von: Brief an Joachim Raff (12. 12. 1860); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A00409, abgerufen am 22. 9. 2021.