Absender: Hans von Bülow (C00114)
Erstellungsort: Berlin
Empfänger: Joachim Raff (C00695)
Datierung: 16. 12. 1859 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana I, Bülow, Hans von Nr. 15
Umfang: 3 Seiten
Material: Papier
Veröffentlichung: Bülow 1895 III, S. 283ff.; Marty 2014, S. 205



Zitiervorschlag:
Bülow, Hans von: Brief an Joachim Raff (16. 12. 1859); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A00393, abgerufen am 24. 10. 2020

Regeste: Bittet den E., die letzten Zeilen bezüglich Gesinnung gegenüber Bülow zurückzunehmen, da diese auf falschen Voraussetzungen beruhen. Teilt den Tod seines Bruders Daniel Liszt mit, der von "seiner starken Frau" gepflegt wurde. Liszt sei rechtzeitig eingetroffen, sei still, aber leide sehr. Berichtet über die erfolgreiche Aufführung von "Metamrphosen" aus op. 74, die er längst vor Schuberths "Anraten" auf das Programm gesetzt habe, und die schlechte Kritik von Rellstab. Engel habe sich aber anständig benommen. Verbreite erfolgreich die Werke des E.s am Konservatorium in Berlin ([Suite de morceaux] op. 75; Tanzcaprizen op. 54; Wagner-Transscriptionen op. 62; "Frühlingsboten" op. 55; Capriccio op. 64; die Suiten op. 69, op. 71, op. 72]. Habe Schuberth gedrängt, die "Frühlingsboten" und Suiten anzukaufen. Berichtet, dass in der dritten Soirée der Herren Becker und Oertling kämen die Eglogue "Aus der Schweiz" op. 57 zum Zuge. Will die Violinsonate [op. 78] in Paris spielen. Habe sich mit Laub zerstritten und spiele mit diesem nicht mehr zusammen. Die "Schiller-Soiréen" [drei Soiréen zugunsten der Weimarer Schiller-Stiftung] seien überdies besser besucht als die Duo- und Triosoiréen. Kündigt eigene Kompositionen und nach Aufenthalten in Karlsruhe und Basel einen eventuellen Besuch in Wiesbaden an. Grüsse an Frau und Schreiber. Erwarte von Truhn (Bocksche Zeitung und Glasbrenner's Berlin) sowie von Kossak Anständiges über die "Metamorphosen". Die Nationalzeitung schweige bei ihm hingegen konsequent.