Absender: Joachim Raff (C00695)
Erstellungsort: Stuttgart
Empfänger: Julius Kistner (C00460)
Verlag Kistner (D00020)
Zielort: Leipzig
Datierung: 7. 4. 1848 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Umfang: 5 Seiten
Material: Papier
Schreibmittel: [Kopie]
Incipit: Hochzuverehrender Herr!
Anmit erhalten Sie: Quadrille



Zitiervorschlag:
Raff, Joachim: Brief an Julius Kistner (7. 4. 1848); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A00344, abgerufen am 3. 8. 2020

Regeste: schickt Quadrille, Polka & Mazurka, Marche (zu zwei und zu vier Händen) [aus op. 42]. Bittet um Honorar. Zeigt an, dass Freund Pischek nicht nach England, sondern nach Hamburg und Wien reisen wolle. Da dieser den Prätendenten gesungen habe, solle dieser das Stück auch für die Gastrolle wählen. In 3-4 Wochen sei Hans Guido von Bülow in Leipzig. Dieser sei frühreif, Musiker von Passion, sehr fertiger Pianist. Seine Mutter, eine "brave aber etwas intrigante alte Frau", verwandt mit Livia Frege. Bülow komme mit Empfehlungsschreiben von Raff. Schickt Korrektur des ersten Heftes der Arrangements. Bittet um ein Exemplar aller seiner beim E. gedruckten Werke. Könne von seiner Beziehung zu Liszt momentan keinen Gebrauch machen, da dieser nicht für "Wahrheit" zugänglich sei. In seinen beiden Briefe aus Weimar versichere er ihm die Unterstützung jedoch. Bittet um Vertraulichkeit dieser Zeilen. Es reiche, dass ihn "elende Journalisten" und "liederliche Weiber" in den Kot reissen. Will sich eine feste Position suchen, um die Werke zu schaffen, für die er Talent und Kraft hätte. Im September könne "Alfred" [WoO 14] in Angriff genommen werden. Die Hauptpartie sei für Pischek geschrieben. Die Oper brauche keine neuen Kostüme, nur 5 bedeutende Solisten und ein gewöhnliches Orchester. Dies erhofft er auch von seinen Liedern [op. 47, op. 48, WoO 6B], die Pischek unter gewissen Bedingungen in Deutschland und England singen wolle. Hofft auf eine permanente, exklusive Verbindung mit dem Verlag Kistner. Könne hier Unterricht erteilen und auch bei seinen Schülern und jenen von [Kunigunde] Heinrich ausschliesslich Werke des Verlags verwenden. Werde diesen Vorschlag auch J. Schuberth unterbreiten, wenn der E. nicht darauf eingehen wolle und diesem das Trio [WoO 9], 3 Hefte Lieder für Bariton, Sicilienne [WoO 6], Grande Valse brillante und den 121. Psalm [WoO 8] anbieten. Grüsse an Bartholf Senff. Würde diesem Artikel schreiben, da er dessen Schuldner sei. Berichte schreibe er in seinem ganzen Leben nicht mehr. Grüsse an Gurckhaus. Nachschrift: Bittet um Arbeiten.