Absender: Joachim  Raff (C00695)
Erstellungsort: Wiesbaden
Empfänger: Max  Seifriz (C00867)
Datierung: 10. Februar 1867 (Quelle)
Institution: Universität Frankfurt/Main C.F. Senckenberg (Frankfurt)
Standort: Universitätsbibliothek Frankfurt/Main C.F. Senckenberg (Frankfurt)
Signatur: Autogr. J. Raff 4696/29
Umfang: 2 Seiten
Material: Papier
Schreibmittel: schwarze Tinte
Incipit: Verehrter Herr und Freund!
Es wäre hübsch gewesen, wenn Sie gelegentlich einmal Etwas von sich hätten hören lassen.

Beklagt sich über das Schweigen des E.s. Habe aus den Löwenberger Konzerten jedoch gemerkt, dass er dort nicht vergessen werde. Bittet den E., dem Fürsten Glückwünsche zum hohen Geburtstag zu überbringen. Es folge eine "garstige Bettelei im Interesse der offiziellen Wiesbadener Musik". Die hiesige Kapelle besitze keine Bibliothek, daher müsse alles zusammengeborgt werden. Die Kapellen in der Nähe haben keine neue Musik. Bittet um die Symphonie "Harold" von Berlioz, "Sängers Fluch" Bülow, "Les Préludes" von Liszt, "Faustouvertüre" von Wagner. Der E. könne auch eines seiner eigenen Werke beilegen. Kaum Neuigkeiten: Der Krieg habe Einquartierung und Herrenwechsel gebracht - nicht mehr und nicht weniger. Sei deutsch und bleibe deutsch, der König solle Deutschland hoch aufrichten. Im August sei der Schwiegervater Eduard Genast gestorben. Habe trotz mancherlei Bewegung Musik geschrieben: die vierte Ouvertüre op. 127 (Bülow gewidmet), das 2te Trio op. 112, dritte und vierte Violinsonate op. 128, op. 129. Seine neue Symphonie op. 140 werde in 14 Tagen in Wiesbaden aufgeführt [01.03.1867]. Nachschrift: Wenn Alide Topp dort sei, soll der E. sie grüssen und sich nicht darüber ärgern, wenn diese Salonmusik aus seiner "Firma" spiele: "Ich habe ja diese Gattung nicht erfunden, ich cultiviere sie nur mit etwas mehr Glück als manche Collegen".


Zitiervorschlag: Raff, Joachim: Brief an Max Seifriz (10. 2. 1867); https://portal.raff-archiv.ch/html/letter/A00227, abgerufen am 21. 9. 2021.