Absender: Joachim  Raff (C00695)
Erstellungsort: Weimar
Empfänger: Gustav  Schilling (C00811)
Zielort: Stuttgart
Datierung: Dezember 1851 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana VII
Umfang: 4 Seiten
Material: Papier
Schreibmittel: schwarze Tinte
Incipit: Euer Wohlgeboren!
wollen mich meiner umgänglichen Entschuldigung

[Franz] Liszt habe ihm mitgeteilt, dass der E. an einem Projekt "Franz Liszts Kunst des Klavierspiels", einer Klavierschule, arbeite. Will das Schreiben des E.s an Liszt in jenen Punkten berichtigen, wo es ihn betreffe. Zitiert aus dem Brief des E.s., der Raff aus seiner Stuttgarter Zeit kennt, Liszt habe dem E. Raff für diese Arbeit empfohlen. Spricht sich gegen des E.s Aussage aus, dass er durch den E. die "ersten Mittel zur Existenz" erhalten habe. Herr Hallberger habe auf die Veranlassung des E.s eine unbedeutende Summe Vorgestreckt, die er bald zurückbezahlt habe. Zudem haben sie dies in egoistischer Absicht getan, da er Ihnen geholfen habe, das mittlerweile dreijährige Kind [gemeint ist wohl die genannte Klavierschule] endlich zum gehen zu bringen. Er habe drei Wochen lang an den von ihm verlangten Abschrift des Werkes gearbeitet, dann habe er gemerkt, dass es sich nicht um ein Kind von Liszt, sondern um einen Wechselbalg handelte, den der E. Liszt unterschieben wollte. Untersagt dem E., seine Beiträge zu verwenden. Kritisiert die Anlage der Klavierschule ausführlich und hält den E. für nicht geeignet für eine solche Unternehmung.


Zitiervorschlag: Raff, Joachim: Brief an Gustav Schilling (1. 12. 1851); https://portal.raff-archiv.ch/A01824, abgerufen am 29. 6 2022.