Liebe Toni! Wenn auch etwas müde, und weniger Amor als verschwitztes Kind, gelang
mir’s doch glücklich das alte Raurachische Emporium zu erreichen, alleselbst Emil,
Emilie und Knufius mich wohlwollend in Empfang nahmen und auf mannigfach
verschlungenen Wegen einer erfreulichen Häuslichkeit und nicht zu verachtenden
Mahlzeit entgegenführten. Immer habe ich mit Liebe und Dank an dich gedacht, und wenn
wir etwas recht nicht aus dem Sinn gieng, so war es nicht die amtlich durchlöcherte
[…], sondern mein süßes Lenchen, das ich bitte, zu grüßen und zu küssen. Merians und
Doris fand ich in gutem baulichem Zustande, und lebe zur Zeit der Erwartung, daß auch
du noch eines solchen dich erfreust. Indem ich dich in brüderlicher Zuneigung grüße,
bitte ich dich auch Johanna alles Liebe und Treue von mir zu sagen. Warum hat sich
nun auch grade so alles einrichten müssen, daß ich ihre Gegenwart versäume! Nun sage
ich dir, daß die Witterung nicht mehr ganz geheuer erscheint, daß wir aber
entschlossen sind, dem entworfenen Reiseplan einzuhalten, weßhalb ich dich bitte bei
deinen Nachrichten für uns die angegebenen Adressen einzuhalten. Es ist jetzt 12 ¼
Uhr und wir reisen um 2 Uhr ab. Da ich zu Tische muß, so schließe ich also diese
Zeilen unter den treuesten Grüßen von allen, denen sich gewiß auch Lieschen und
Hänschen anschließen würden, wenn sie gleich da wären. Nebenher gesagt handfeste
liebe Kinder, deren musicalische Bildung hoffentlich keinem Pfuscher sondern dem
alten Onkel Raff anvertraut werden wird, wenn der solange noch lebt und
schulmeistert. Nun aber Adieu, meine liebe Dicke! Dein treuer Schwager Joachim Raff
Basel Sonntag den ich weiß nicht wie vielten. [Nachschrift Doris Raff:] Tausend Grüße
liebste Toni! Raff sagt: Du kennst alle Adressen genau also feste [?] ich auf
pünktliche Briefe.