3. 10. 1877
Brief an Joachim Raff
ID: A00553
| Absender: | Hans von Bülow (C00114)
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| Erstellungsort: | Hannover |
| Empfänger: | Joachim Raff (C00695)
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| Datierung: | 3. Oktober 1877 (Quelle) |
| Standort: | Bayerische Staatsbibliothek (München) |
| Signatur: | Raffiana I, Bülow, Hans von Nr. 140 |
| Umfang: | 2 Seiten |
| Material: | Papier |
| Incipit: | Verehrter Joseph Joachim! Mögest Du glücklich in Frankfurtam eingegangen sein! |
| Veröffentlichung: | Kannenberg 2020. |
Hofft, dass der E. gut in Frankurt eingegangen sei und Doris sich behaglich fühle. Sei und bleibe in Hannover. Spiele in acht Tagen Symphonie Nr. 4 op. 167. Die dritte op. 153 sei bereits gewesen. Bittet um "Autorenintentionen". Möchte so korrekt mit dem E. umgehen wie mit Beethoven. Sarasate sei himmlisch gewesen. Lalo wurde ohne Anstoss a vista gelesen. Müsse gleich in die "Fidelio"-Probe. Bittet den E. und Doris, Ernestine Grund freundlich zu empfangen. Diese habe seiner Bemühung in Cossmanns Konzert alle Ehre gemacht. Fragt, ob Donna Emilia ihm böse sei.
Hannover, 3 Okt 77 Rudolph’s Hotel Verehrter Joseph Joachim! Mögest Du glücklich in Frankfurtam eingegangen sein! Möge sich Alles Deinen Wünschen gemäß dort gestalten, Frau Doris sich behaglich fühlen. Ich in Hannover – sic! – j’y suis, j’y reste. Sonnabend über 8 Tage Sinfonie No 4 G moll Op. 167. Dritte ist bereits gewesen – ich werde mit Dir chronologisch umgehen. Nun zum Zweck dieser Zeilen. Informire mich gütigst bald über spezielle Autorintentionen, „zwischen den Zeilen zu lesendes“ – ich möchte gern so correkt mit Dir umgehen, wie mit Beethoven u. Co. Sarasate war himmlisch. Lalo wurde von der Kapelle bei der ersten Probe ohne Anstoß a vista gelesen, was – dem Spanier spanisch vorkam. Und so weiter – und so weiter. Ich muß gleich in die Fidelio probe. Morgen Theaterdebüt. Dürfte ich Dich und Deine Frau bitten vorkommenden Falls Frl. Ernestine Grund (Tochter des Hofmalers in Baden B.) talentvolles Mädchen mit schöner Altstimme für die ich mich interessirt habe, freundlich zu empfangen und mit gutem Rath zu unterstützen? Sie ist gebildet und bescheiden. Vielleicht ists nicht zu spät für sie zur Bühne zu gehen. In Coßmanns Conzert hat sie meiner Bemühung um sie Ehre gemacht. Ist Deine Schwägerin Donna Emilia mir böse? Ich hatte ihr neulich geschrieben und sie zahlt mir mit „Gold“! Iam satis. Valé und bleibe gewogen Deinem getreuen alten HvB II. [copyright Simon Kannenberg]

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| Bereitgestellt durch: | Bayerische Staatsbibliothek München (BSB) |
| Lizenz: | CC BY-NC-SA 4.0 |

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