Absender: Hans von Bülow (C00114)
Erstellungsort: St. Moritz
Empfänger: Joachim Raff (C00695)
Datierung: 19. August 1867 (Quelle)
Standort: Bayerische Staatsbibliothek (München)
Signatur: Raffiana I, Bülow, Hans von Nr. 80
Umfang: 1 Seite
Material: Papier
Incipit: Verehrter freund!
In Erwiderung Deiner Zeilen vom 17. bitte ich Dich um Erlaubniß
Veröffentlichung: Kannenberg 2020.

Bittet, den Wunsch des E.s und Reineckes seinem Schwiegervater mitzuteilen. Der E. werde nicht ungelegen sein. Sei gleichgültig gegenüber den Vorgängen in Meiningen und Weimar. Habe schon lange aufgegehört, mit Zopff und Co. in Relationen zu stehen. Habe das Ersuchen des Grossherzogs abgelehnt, die "Elisabeth" durch Proben vorzubereiten. Sei am 15. September wieder in Monaco. Habe von den Merians [Emil und Emilie] erfahren, dass sich der E. und die Seinen [Helene und Doris] wohl befinden.

St. Moritz im Engaddin 19 August 1867 Verehrter freund! In Erwiderung Deiner Zeilen vom 17. bitte ich Dich um Erlaubniß, Deinen und Herrn Kapellmeister Reinecke’s Wunsch meinem Schwiegervater mitzutheilen. Erlaube ferner, daß ich Dich versichere, daß Du nicht ungelegen sein oder höchstens in Deiner Einbildung so erscheinen könntest. Mich selbst anlangend, so sind mir die Vorgänge in Meiningen und Weimar überaus gleichgültig – schon lange habe ich erstens faktisch aufgehört, mit Zopff et Co in irgend einer Relation zu stehen (nominell halte ich’s freilich für pundonoroso stets mit dazu gezählt zu werden) und zweitens habe ich das Ersuchen des Grossherzogs, die Aufführung der Elisabeth durch Proben vorzubereiten, purement et simplement seiner Zeit abgelehnt. Man hat mich aus München später fortgelaßen, als ich hoffte: erst am 9 d. bin ich hier eingetroffen – ich trinke und bade so reglementsmäßig als möglich – Luft und Wetter sind himmlisch (aber scharf) – und mein einziges Geschäft ist, meinen elenden Cadaver für die Winterstrapatzen wieder tauglich zu machen. Ich treibe ein rührendes Nichtsthun. Vielleicht schlägt’s an. Am 15 Sept. wieder in Monaco. Mit Freuden habe ich von Merians vernommen, daß sie Dich und die Deinen in erfreulichem Wohlsein gefunden haben. Möge es stets so bleiben, bis wir uns, was hoffentlich nicht gar zu lange währt, persönlich einmal wiedersehen. Einstweilen wie immer Dein treuergebener Bülow, Kurpatient Zimmer No 42. [copyright Simon Kannenberg]



Zum Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00133709/image_236
Bereitgestellt durch: Bayerische Staatsbibliothek München (BSB)
Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0


Zitiervorschlag: Bülow, Hans von: Brief an Joachim Raff (19. 8. 1867); https://portal.raff-archiv.ch, abgerufen am 15. 3 2026.