Sei ruiniert wegen seiner Pariser Exkursion.
Beklagt den Gesundheitszustand seiner Frau,
die er voraussichtlich für zwei Monate nach Bad Reichenhall zur
Kur begleiten wolle. Wäre lieber zum E. nach Wiesbaden
gefahren, könnte sich so besser erholen. Zweifelt am Zustandekommen der
Weimarischen Tonkünstlerversammlung. Bedankt sich für die
Sendung mit den Sonaten [op. 73, op.
78]. Müsse sich mit der Lektüre begnügen, da er keinen Geiger habe.
Befreundet sich nun - nach der ersten - op. 73 immer mehr auch mit der zweiten Sonate op.
78. Werke des E.s gewinnen oft mit der Zeit in seinem Urteil, so auch die Ballade
aus op. 74. Die Peters-Friedländischen Stücke [wohl
op. 79, op. 81, op. 84] werden inner- und ausserhalb des Konservatoriums
fleissig geübt. "Cacoucha" habe am meisten Erfolg. Die "Frühlingsboten" op. 55 Nr. 12 ["Abends"] und das "Frühlingsnahen" op. 55 Nr. 2
seien von einem Schüler bei der letzten Prüfung mit Beifall aufgeführt worden.
Liszt fêtiere den Kaiserlichen Hof. Erzählt
"Gesellschaftlich-musikalisches" von Berlin (Frl. Pellet, Frl. Lucca, Herr Formes, Johanna Wagner).
Habe zu vielen Hofkonzerten beigetragen, man lasse sich aber nur Paraphrasen über
Verdi- und Meyerbeer-Melodien gefallen. Majestät streiche alles andere. Opern: "Nurmahal" [von Spontini], dann Botts
"Mädchen von Corinth", der Rodenbergsche Text wäre
gut für ein Ballett, nicht für ein musikalisches Drama. Grüsse an Gemahlin und Schwägerin.